Sechs Uhr in der Früh. Mein ärgster Feind am Morgen meldet sich: der Wecker. Er kennt auch heute keine Gnade. Irgendwann kommt der Tag, wo ich es ihm heimzahle. Zeit, aufzustehen.

Zuerst mal kurz das Wetter prüfen. Die Vorhersage gestern hatte massive Regenschauer angekündigt. Mein Blick aus dem Fenster sagt mir, dass die Strasse noch trocken ist – hurra! Vom Westen her ziehen aber bereits erste bedrohliche Wolken auf. Lange kann es nicht mehr gehen bis die ersten Tropfen fallen.

Nun heisst es also Beeilung. Duschen, Zähne putzen, Anziehen, Kaffee aufsetzen und auf geht’s. Inzwischen springt der Zeiger auf halb sieben. Na toll, der Regen setzt genau jetzt ein, und das aus vollen Rohren. Also runter in die Garage und als Erstes die Regenkleider überstülpen. Helm auf. Bereit zur Abfahrt.

Aber…oh Schreck. Nichts geht mehr. Der Roller springt nicht an. Auch nach mehreren Versuchen passiert nichts. Die Batterie scheint leer zu sein. Ich hätte es voraussehen müssen. Erste Anzeichen dafür hatte ich ja ehrlicherweise schon die letzten Tage wahrgenommen und souverän verdrängt.

Also umgekehrtes Szenario. Roller zurückschieben. Helm ab. Wieder raus aus den Regenklamotten und die Beine unter die Arme nehmen, um das Tram zu erwischen. Die Zeit drängt. Mit dem Schirm in der einen Hand, der Kaffeetasse in der anderen und dem Rucksack auf dem Rücken runter den Berg, und mit einem Sprint schaffe ich es gerade noch auf das Tram, welches soeben in die Haltestelle einfährt.

Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigt mir zumindest, dass ich den Zug noch knapp erwischen müsste.

Nach einer gefühlten Ewigkeit mit zahlreichen Zwischenstopps an jeder Haltestelle (für die Detailversessenen unter uns – es sind elf an der Zahl), kommen wir endlich am Hauptbahnhof an und schon wieder heisst das für mich etwas Frühsport mit einem weiteren Sprint. Wenigstens ist Gleis 17 so ziemlich das Nächste von meiner Tramstation aus.

Im Zickzack um die Leute herum, die Treppe runter und wieder hoch, schaffe ich es tatsächlich noch knapp auf den Zug. Ausser Atem setze ich mich hin. Immerhin kann ich nun die nächste volle Stunde von diesem unerwarteten Stress wieder runterfahren und mich erholen. Wenigstens bin ich definitiv wach.

Heute Abend muss ich unbedingt die Batterie aufladen!


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